2. Filmblock

Das Fremde und das Eigene

Freitag, 11. November 2011
16:00 Uhr, Großer Saal, Haus auf der Mauer

Die Frage nach dem Fremden und dem Eigenen ist gleichsam eine Frage nach dem „Wir“ und nach „den anderen“ und damit hochsensibel. Gerade in Südosteuropa, einem Raum vielfältig unterschiedlicher Kulturen und Traditionen, ist dieses Spannungsverhältnis auf vielen Ebenen sichtbar: auf staatlicher ebenso wie auf religiöser, sogar auf städtischer oder familiärer Ebene. Dabei gibt es nicht nur Geschichten des Konflikts und der Konfrontation zu erzählen, sondern auch viele des Verständnisses und Miteinanders, der Nachbarschaft und Freundschaft. Geschichten, die auch deutlich machen, wie sehr das Fremde das Eigene, und das Eigene schließlich das Fremde sein kann.

„Kitchen Wisdom“ (33 Min., Dejan Dejanović, Serbien 2010, Dokumentarfilm) U: Englisch
Stickereien können mehr sein als bloße Zeugnisse häuslichen Zeitvertreibs, sie geben auch politische und sozialkritische Statements ab. Auf diese Weise erzählen sie die kleinen und großen Geschichten des Lebens.

Embroideries can be more than just testimonies of home activities – they submit political and sociocritical statements as well. In this way they tell the big and little stories of life.

„Side by Side“ (48 Sek., Ruxandra Mihai, Rumänien, 2010, Dokumentarfilm),
In symphatisch schlichter Animation erzählt Side by Side eine Geschichte von Trennung und Andersartigkeit, vom Leben in verschiedenen Welten und der Möglichkeit, trotzdem zueinander zu finden.

In pleasant, modest animation, Side by Side tells a story about separation and being unique, about life in different worlds, and the possibility of finding each other after all.

„Love“ (12 Min., Igor Jekić, Serbien 2010, Dokumentarfilm) U: Englisch,
Dass Belgrad mittlerweile ein Soho oder Chinatown hat, ist bei Durchreisenden weniger bekannt. Es überrascht sie, dass die Auseinandersetzung der Belgrader mit dem Fremden und Eigenen in ihrer Kultur längst begonnen hat.

That Belgrade already has a Soho or Chinatown is largely unknown to passing travelers. It surprises them that dealing with both the foreign and domestic elements of the Serbian culture has already been set in motion.

„In the Land of the Little Prince“ (12 Min., Blagoje Lupa, Serbien, Dokumentarfilm) U: Englisch
Der Film begleitet eine Gruppe des Workshops Pohvala ruci (Lob der Hand) bei der Arbeit an einem Animationsfilm. Wie es der Titel andeutet, lassen sie sich dabei von Antoine de Saint-Exupérys Der kleine Prinz inspirieren.

The film accompanies participants of the workshop Pohvala ruci (Praise to Hand) during their work on an animation film. Like the title suggests, they have been inspired by Antoine de Saint-Exupéry’s novella The Little Prince.

 

18:00 Uhr, Großer Saal, Haus auf der Mauer

„The Disappearance of Heroes“ (70 Min., Ivan Mandić, Serbien 2009, Dokumentarfilm) U: Englisch,
The Disappearance of  Heroes macht sich das einseitige Heldengedenken in den Ländern des (ehemaligen) Jugoslawiens zum Thema. Er dokumentiert kritisch die Arbeit einer Namensgebungskommission, wobei die Kuriosität bürokratischer Prozesse durch geschickt gewählte filmische Mittel pointiert hervorgehoben wird.

The Disappearance of Heroes deals with the one-sided remembrance of heroes in the countries of (former) Yugoslavia. It documents the work of a naming committee in a critical way highlighting the curiosity of bureaucratic processes by skillfully administering cinematic elements.

„Che“ (1:10 Min., Zoran Saveski, Serbien 2010, Essayfilm)
Was hält Che im Bildgedächtnis? Che gibt eine Antwort.

What keeps Che in humanity’s collective memory? Che gives the answer.

 

19:30 Uhr, Großer Saal, Haus auf der Mauer

„Stranger“ (21 Min., Marija Bašić, Klaus Röhrig, Nils Nebe, Serbien 2011) U: Deutsch
Eine Dokumentation über die Rechte sexueller Minderheiten in Serbien und den Niederlanden. Über die Beschäftigung mit diesen beiden Ländern, ihren unterschiedlichen Kulturen und Mentalitäten, lädt der Film ein, sich ein eigenes Bild zu machen.

Stranger documents the rights of sexual minorities in Serbia and the Netherlands. By dealing with those two countries, its different cultures and mentalities, the film encourages you to see it for yourself.

„Moment of Movement“ (70 Min., Zoran Tairović, Serbien 2011, Dokumentarfilm) mit anschließendem Publikumsgespräch
Die Minderheit der Roma war und ist in vielen Ländern Europas alltäglicher Diskriminierung ausgesetzt. Die Forderung der Mehrheitsbevölkerung nach Assimilation erweist sich nicht selten als eine nach dem Ablegen der Identität. Moment of Movement geht dieses Problem provokativ an.

The minority group Roma was and still is subject to daily discrimination in many European countries. Often the majority population’s demand for assimilation means nothing less than to abandon one’s own identity. Moment of Movement confronts this problem provocatively.

 

21:30, Gewölbekeller, Haus auf der Mauer
Party mit Livemusik von Radivoje Ivanović
(Partyorganisation in Zusammenarbeit mit dem MedClub e.V.)